Internationale Raumfahrtagenturen haben offizielle Vereinbarungen getroffen, um einen gemeinsamen Plan für die Deorbitierung der Internationalen Raumstation (ISS) zu initiieren. Dabei kommen zwei russische Progress-Frachtraumschiffe und ein US-amerikanisches Deorbitfahrzeug zum Einsatz. Die Bekanntgabe dieser multilateralen Vereinbarung durch Roskosmos bestätigte, dass die Hauptaufgaben der Steuerung und des Antriebs zwischen US-amerikanischen und russischen Raumschiffen aufgeteilt werden, um ein kontrolliertes und sicheres Ende der ISS-Lebensdauer zu gewährleisten.

Der Prozess zur schrittweisen Absenkung der Umlaufbahn der Station soll 2028 beginnen. Roskosmos geht davon aus, dass die gesamte Operation etwa zwei Jahre dauern wird. Dabei werden der natürliche Luftwiderstand, gezielte Höhenreduzierungen mit den bestehenden Antriebssystemen und ein abschließendes, gezieltes Wiedereintrittsmanöver genutzt. Der von der NASA veröffentlichte Übergangsplan sieht vor, dass die Besatzung vor dem letzten Zündvorgang zur Erde zurückkehrt. Dieser Zündvorgang soll verbleibende Trümmer in ein unbewohntes Meeresgebiet lenken. Ziel dieses Vorgehens ist es, Risiken für Menschen und Sachwerte zu minimieren und einen unkontrollierten Abstieg aus der erdnahen Umlaufbahn am Ende der Betriebszeit der Station zu verhindern.
Russland und die USA beabsichtigen außerdem, ein bilaterales Abkommen auszuarbeiten, das die gemeinsame Verantwortung von Roskosmos und der NASA für den Wiedereintrittsprozess klar regelt. Die NASA beschreibt die sichere Entsorgung als gemeinsame Verpflichtung der fünf Raumfahrtagenturen, die die Raumstation betreiben: NASA, Roskosmos, die Europäische Weltraumorganisation (ESA), die Japanische Raumfahrtagentur (JAXA) und die Kanadische Weltraumagentur (CSA). Die Konfiguration des Raumfahrzeugs steht zwar bereits fest, das bevorstehende bilaterale Dokument wird jedoch die operative Verantwortlichkeit der russischen und US-amerikanischen Agenturen in den verschiedenen Phasen des Wiedereintrittsprozesses detailliert festlegen. Gemäß dem von der NASA veröffentlichten Deaktivierungsplan werden sich während des letzten Wiedereintritts keine Besatzungsmitglieder mehr an Bord befinden.
Fünf Behörden teilen sich die Verantwortung für die Gewährleistung einer sicheren Wiedererlangung der Erdatmosphäre.
Im Juni 2024 erteilte die NASA SpaceX den Auftrag zur Entwicklung und zum Transport des unbemannten US-Deorbit-Vehicles (USDV), nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass der bestehende Antrieb der Raumstation und das Progress-Raumschiff nicht genügend Sicherheitsreserven für einen kontrollierten Wiedereintritt boten. Ein Bericht des US Government Accountability Office (GAO), der im Juli 2026 veröffentlicht wurde, stellte fest, dass die NASA die Kostenbasis des Projekts im Februar auf 1,2 Milliarden US-Dollar festgelegt hatte. Diese Summe umfasst den SpaceX-Vertrag über 843 Millionen US-Dollar, die zukünftigen Beschaffungskosten für die Trägerrakete sowie die Personalkosten der NASA für die Zertifizierung des Raumfahrzeugs und den Betrieb der Raumstation. Die Einsatzbereitschaft soll bis Oktober 2028 erreicht sein, der Start ist für Mitte 2029 geplant.
Das US-amerikanische Raumfahrzeug besteht aus einer SpaceX- Dragon-Kapsel, die für Rendezvous und Andocken ausgerüstet ist, sowie einem größeren Frachtmodul mit dem notwendigen Antriebssystem für den Abstieg. Laut GAO wurden unter anderem das Energiesystem der Dragon-Kapsel, die Abschirmung und die Solarzellenkonfiguration des Frachtmoduls optimiert. Das Andocken an die Raumstation ist etwa 18 Monate vor dem Wiedereintritt geplant, und das Raumfahrzeug soll bis zum Ende der Mission angedockt bleiben. Die NASA wird den Betrieb überwachen; das Launch Services Program der NASA beschafft die Rakete, die das Raumfahrzeug in die Umlaufbahn bringt und zur Station führt.
Die letzte Wiedereintrittsphase wird sich über fast zwei Jahre erstrecken.
Die Internationale Raumstation (ISS), die 1998 errichtet wurde und seit November 2000 ununterbrochen bewohnt ist, hat eine Masse von etwa 430.000 Kilogramm, bedeckt eine Fläche, die in etwa einem Fußballfeld entspricht, und umkreist die Erde in einer Höhe von rund 415 Kilometern. Ihre Systeme sind eng miteinander vernetzt: Das russische Segment und die Progress-Raumfahrzeuge liefern den Antrieb für Bremsmanöver, die Vermeidung von Weltraumschrott und die Lageregelung, während US-amerikanische Gyroskope die routinemäßige Ausrichtung im Normalbetrieb gewährleisten. Diese gegenseitigen Abhängigkeiten sind grundlegend für den gemeinsamen Plan, der in der Strategie zur Beendigung der ISS-Orbitierung dargelegt ist, und erfordern eine umfassende Koordinierung der beteiligten Raumfahrtagenturen.
Der aktuelle Übergangsplan der NASA sieht die Stilllegung der Raumstation und die Durchführung von Wiedereintrittsmanövern bis 2030 vor. Ein Bericht des Government Accountability Office (GAO) vom Juni 2026 deutete darauf hin, dass die NASA eine Überprüfung im Jahr 2027 erwägt, um zu entscheiden, ob das US-amerikanische Deorbitierungsfahrzeug (DEV) 2029 gestartet oder der Stationsbetrieb verlängert werden soll. Strukturanalysen sprechen für einen Betrieb der Station bis 2028; weitere Evaluierungen sind für die Zeit danach geplant. Im Rahmen des von Roskosmos vorgestellten multinationalen Deorbitierungsprogramms beginnt die Absenkung der Umlaufbahn im Jahr 2028 und dauert etwa zwei Jahre. Sie mündet in einen kontrollierten atmosphärischen Zerfall, bei dem Trümmer in einem abgelegenen Meeresgebiet abgelagert werden.
Der Beitrag „Massive internationale Zusammenarbeit legt Plan für ISS-Deorbit-Operationen fest“ erschien zuerst auf Ireland Sun.
