Schwere Überschwemmungen im Südwesten Chinas haben in Teilen der Provinz Yunnan erhebliche Zerstörungen angerichtet und wichtige Infrastruktur und Wohngebiete beschädigt. Starke Regenfälle der letzten Tage lösten Erdrutsche und anschwellende Flüsse aus. Besonders betroffen war die Autonome Präfektur Nujiang der Lisu, wo Dutzende Häuser und Straßen schwer beschädigt wurden.

Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden bis Sonntag 27 Häuser beschädigt und 16 Brücken entweder beschädigt oder vollständig zerstört. Aufgrund der bergigen Landschaft der Autonomen Präfektur Nujiang der Lisu ist die Region besonders anfällig für Überschwemmungen und Erdrutsche. Trotz der erheblichen Sachschäden bestätigten die Behörden, dass bislang keine Todesopfer, Verletzten oder Vermissten gemeldet wurden. Dass es keine Opfer gab, ist eine Erleichterung, zumal die Katastrophe mit einem Nationalfeiertag zusammenfällt, der normalerweise viele Touristen in die Region lockt.
Auch in der tibetischen Autonomen Präfektur Diqing in der Provinz Yunnan kam es aufgrund von Überschwemmungen und Erdrutschen zu erheblichen Störungen. Die Behörden meldeten mehrere Straßensperrungen, was die Rettungs- und Bergungsarbeiten erschwerte. Dichter Nebel in der Region erschwerte den Rettungsteams zusätzlich den Zugang zu entlegenen Orten. Dies verzögerte die Begutachtung des gesamten Schadensausmaßes und die Bereitstellung der notwendigen Hilfe für die betroffene Bevölkerung.
Die Rettungskräfte reagierten umgehend und evakuierten sowohl Einwohner als auch Besucher aus den betroffenen Gebieten. Im Naturschutzgebiet Meri Snow Mountain in der Tibetischen Autonomen Präfektur Diqing wurden rund 300 Touristen vorsorglich evakuiert. Mehrere hundert Anwohner wurden zudem in Notunterkünfte gebracht, um ihre Sicherheit zu gewährleisten, da sich die Lage verschlechterte.
Die chinesische Regierung hat Notfallteams, darunter Such- und Rettungseinheiten, medizinisches Personal und logistische Unterstützungsteams, mobilisiert, um die betroffenen Gebiete zu unterstützen. Es wurden Notunterkünfte für Vertriebene eingerichtet und Hilfsgüter wie Lebensmittel, Wasser und medizinische Versorgung verteilt, um den unmittelbaren Bedarf zu decken. Teams zur Reparatur der Infrastruktur haben zudem mit der vorläufigen Begutachtung beschädigter Straßen und Brücken begonnen, um den Wiederaufbau nach Stabilisierung der Lage priorisieren zu können.
Wetterdienste warnen, dass in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen zu rechnen ist. Diese könnten die bestehenden Überschwemmungen verschlimmern und weitere Erdrutsche auslösen. Die Behörden beobachten die Lage weiterhin aufmerksam, geben Wetterwarnungen heraus und stimmen sich mit den lokalen Behörden ab, um die Vorsorgemaßnahmen sicherzustellen. Die anhaltenden Regenfälle bergen anhaltende Risiken für die Bevölkerung und die Rettungskräfte, die unter gefährlichen Bedingungen arbeiten.
Die Provinz Yunnan, bekannt für ihre abwechslungsreiche Landschaft und ihre beliebten Touristenziele, erlebt bei starken Regenfällen häufig saisonale Überschwemmungen. Die aktuellen Überschwemmungen unterstreichen die Herausforderungen, vor denen Katastrophenschutzteams in Regionen mit komplexem Gelände und eingeschränkter Zugänglichkeit stehen. Behörden fordern Reisende auf, betroffene Gebiete zu meiden, und raten den Einwohnern, angesichts der Entwicklung der Lage wachsam zu bleiben. – Von MENA Newswire News Desk.
